Dispokinesis als Methode zur Entspannung

Veröffentlicht am Kategorisiert in Dispokinesis, Persönlich

Angeregt durch die Blogparade: Deine Entspannungsmethode – Achtsame Seele von Alessa Somma , möchte ich heute von meinen Erfahrungen aus der Welt der Entspannungsmethoden berichten.

Auf der Suche mich körperlich angemessen auf das Leben und die Musik zu verhalten und zu bewegen, sind Entspannungsmethoden schon immer essenziell für mich.

Welche Entspannungsmethode habe ich für mich ausgewählt?

Nach einer langen Reise durch verschiedene Entspannungsmethoden während meines Musikstudiums habe ich mich für die Dispokinesis (klicke hier bald zum Artikel „Was ist Dispokinesis?“) als Entspannungsmethode entschieden. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen bin ich als Musiker jemand, der einen körperlichen Zugang zu seinem Gemütszustand braucht und sucht. Das Ausdrücken von Emotionen in der Musik ist ohne den Körper nicht möglich. Somit wäre eine reine Meditation, die ich trotzdem praktiziere, nicht erschöpfend. Entspannungsmethoden, die ausschließlich über die kognitiven Funktionen gesteuert werden, sind für mich daher nicht alleine zielführend. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht trotzdem für andere funktionieren können. Ganz im Gegenteil. Zum anderen bewirkt der Umgang mit der Dispokinesis noch viel mehr als, dass ich mich nur entspanne. Es ist für mich eine Art „Reset-Knopf“ durch den ich meinen Körper und damit auch meinen Geist wieder in der jetzigen Situation meines Lebens neue ausrichte, oder um es in der Sprache der Dispokinesis zu sagen, neu disponiere.

Welche anderen Entspannungsmethoden habe ich ausprobiert?

Durch meine musikalische Biografie, aber vor allem auch durch das Musikstudium, habe ich viele Gründe gehabt mich mit unterschiedlichsten Entspannungsmethoden auseinander zusetzen. Allen voran muss an dieser Stelle vor allem der Umgang mit dem Lampenfieber auf der Bühne genannt werden. Aber nicht nur die Bühnensituation beim Musizieren hat Stress ausgelöst, sondern das ganze studentische Leben bzw. das Leben als Musiker:in zu Beginn seiner professionellen musikalischen Laufbahn ist davon geprägt, dass man sich mit anderen vergleicht oder von außen verglichen wird. In einem klassischen Musikstudium, das einen zu einem professionellen Orchestermusiker ausbildet, ist das Ziel einen Arbeitsplatz in einem Profiorchester durch ein Probespiel zu bekommen. Dieses Probespiel dient dem puren Vergleich aller daran beteiligten Musiker:innen und ist ein krasser Wettbewerb. Somit lernt man diesen Druck rasch im Studium kennen und leider auch nicht immer damit umzugehen. Weil das Angebot der Hochschule zum Umgang mit Auftrittsangst bzw. dem allgemeinen der Umgang mit dem Druck im Musiker:innenleben nicht besonders gut war, habe ich mich selbst umgeschaut und viele Methoden ausprobiert.

So kam ich mit sehr früh schon mit Yoga in Berührung und praktiziere es auch immer noch. Yoga hat mir grundsätzlich einen Zugang zu meinem Körper und damit auch zur Entspannung gegeben. Es war der Startschuss, mich ausgiebiger mit Embodiment und somatischen Entspannungsmethoden zu beschäftigen.

Nachdem Einstieg mit Yoga bin ich natürlich auch zur Meditation gekommen. Zumal die Meditation ein wesentlicher Bestandteil des Yoga ist. Wer sich mit Meditation beschäftigt, wird um ein gewisses Achtsamkeitstraining nicht herumkommen. So habe ich mich auch lange Zeit mit MBSR (mindfull based stress reduction) und ähnlichen Programmen beschäftigt.

Was konnte ich durch die Entspannungsmethode über mich selbst lernen? 

Dispokinesis hat mir geholfen, meine eigenen Grenzen zu erfahren. Dispokinesis hat in mir ein tiefes Bewusstsein für die eigene Körperhaltung geschaffen. Ich habe gelernt, wie ich meinen Körper im Alltag halte und nutze, und bin mir bewusster über mögliche Spannungen und Unausgewogenheiten geworden. Dispokinesis betont die Wechselwirkung zwischen Körper und Geist. Die Methode lehrt, wie mentale Zustände die Körperhaltung beeinflussen und umgekehrt. Dies trägt zu einer besseren Ganzheitlichkeit von Körper und Geist bei. Seinen Körper im Alltag effizienter zu nutzen, verändert auch die Psyche. Dies ist nicht nur für Musiker relevant, sondern für jeden, der im Alltag körperliche Aktivitäten ausführt, was wir schlussendlich ja alle machen. Effiziente Bewegungen können Energie sparen und die Belastung des Körpers verringern und infolgedessen die Psyche schützen.

Was löst diese Entspannungsmethode in mir aus? 

Mich mit der Dispokinesis zu „reseten“ bedeutet, dass ich wieder in meine Ausrichtung für das Leben zurückfinde. Ich schmecke wieder, wie es sich anfühlen kann, angemessen auf alles zu reagieren. Dispokinesis löst eine tiefe innere Ruhe aus. Die Kombination aus achtsamen Bewegungen und das Hineinspüren in den Körper in Verbindung mit dem Atem erschafft für mich einen Raum für Gelassenheit, mentale Klarheit und eine tiefere innere Ruhe. Nachdem ich mich sehr lange und regelmäßig mit der Dispokinesis auseinandergesetzt habe, bin ich von vielen Menschen aus meinem Umfeld darauf angesprochen worden, dass ich so eine Ausgeglichenheit und Ruhe ausstrahlen würden. Für mich eine tolle Bestätigung, dass diese Methode scheinbar die richtige Wirkung hat.

Die Dispokinesis fördert meine Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung. Ich lerne, auf meine Körperreaktionen zu achten, sowohl im Ruhezustand als auch während der Bewegung. Dieses gesteigerte Bewusstsein ermöglicht es mir, anschließend auf stressbedingte Symptome angemessener zu reagieren.

Die Integration von Körper und Geist wird durch die Betonung der Wechselwirkung in der Dispokinesis besonders hervorgehoben. Ich lerne, wie meine mentalen Zustände meine Körperhaltung beeinflussen und umgekehrt werden können. Diese Erkenntnis trägt wesentlich zu einer besseren Ganzheitlichkeit meines Körpers und Geistes bei.

Wann praktiziere ich Dispokinesis? 

Ich praktiziere Dispokinesis eigentlich immer! Also ich versuche mich immer, in meinem Leben disponiert zu verhalten. Aber üben tue ich Dispokinesis meistens morgens, wenn ich schon einigermaßen wach bin. Wenn ich das Gefühl habe, nicht mehr auf dem richtigen Weg zu sein, versuche ich mich wieder neu zu disponieren. Dann nehme ich mir einen kleinen Moment und „logge“ mich in meinen Körper ein und  versuche zu spüren, was gerade ist. Durch die Übepraxis mit der Dispokinesis habe ich sehr viele Geschmäcker oder auch Grautöne von Spannungszuständen innerhalb meines Körpers kennengelernt, sodass ich zügig in den für mich stimmigen Zustand zurückfinden kann. Beim Üben mit meinem Instrument versuche ich immer im Vorfeld eine disponierte Haltung einzunehmen. Sollte mir dies nicht gelingen, übe ich ein wenig Dispokinesis, bis ich das Gefühl habe bereit zu sein.

Aber auch die abendliche Praxis mit Dispokinesis hilft mir den Stress des Tages, der sich ja immer in muskulären Spannungen bis hin zu Verspannungen zeigt, abzubauen.

Was macht diese Entspannungsmethode für mich besonders? 

Das Besondere an der Dispokinesis für mich ist, dass es speziell für Musiker entwickelt worden ist. So sorgt sie bei mir als Musiker für einen befreiten körperlichen Ausdruck und für eine tiefe Gelassenheit. Die Verbindung von Bewegung, Atmung und gezieltes Nachspüren im Körper, macht es für mich zu einer umfassenden Methode, die mich in meinem musikalischen Alltag perfekt unterstützt.

Da die Dispokinesis auf die individuellen Bedürfnisse und Voraussetzungen eingeht, lernt man, die Einzigartigkeit seines eigenen Körpers zu akzeptieren. Es gibt keine „Einheits“-Lösung, und die Methode wird dazu ermutigt, Übungen und Prinzipien an die persönlichen Gegebenheiten anzupassen. Diese Herangehensweise macht für mich die größte Stärke, aber auch den Unterschied aus.

Was ich sonst noch gerne über die Methode sagen möchte?

Dispokinesis wurde ursprünglich für Musiker entwickelt, insbesondere für diejenigen, die Instrumente spielen, die eine komplexe und fein abgestimmte motorische Koordination erfordern. Die Methode integriert die Prinzipien der Bewegung in die musikalische Ausführung und betont die Wechselwirkung zwischen Körper und Instrument.

Das Hauptziel der Dispokinesis ist es, die physiologischen Voraussetzungen für eine effiziente und ökonomische Nutzung des Körpers zu schaffen. Durch gezielte Übungen und Aufmerksamkeit auf die individuelle Körperwahrnehmung sollen Musiker und andere Menschen lernen, Spannungen zu reduzieren und eine natürliche, ausgeglichene Haltung zu finden.

Aber auch wenn die Dispokinesis speziell für Musiker:innen geschaffen worden ist, kann sie grundsätzlich auch von jeder/m genutzt werden. Denn ein zentrales Element der Dispokinesis ist die Förderung von Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung. Indem Menschen sich bewusst werden, wie sie ihre Körper nutzen und welche Spannungen sie möglicherweise halten, können sie lernen, diese Spannungen abzubauen und ihre Bewegungen zu optimieren. Dies ist nicht nur für Musiker wichtig, sondern jede/r kann an seiner Haltung im und zum Leben arbeiten.

Die Prinzipien der Dispokinesis sind somit nicht auf den Musikunterricht und das Musiker:innenleben beschränkt. Die erlernten Konzepte können auf verschiedene Bereiche des täglichen Lebens übertragen werden, sei es am Schreibtisch, beim Gehen oder bei anderen Aktivitäten. Die Dispokinesis vermittelt somit nicht nur Kenntnisse über Körperhaltung und Bewegung, sondern fördert auch eine ganzheitliche und individuelle Herangehensweise an die physische Gesundheit.

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Viel Spaß beim nachspüren….

Albrecht

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